Hummel

Ferdi

 

 

 

 

   

Als mein Papa nach seinem schweren Unfall endlich wieder eine richtige Arbeit gefunden hatte, mußten wir nach Wiesbaden umziehen. Er arbeitete als Hausmeister und Gaertner in einer Kurklinik weit außerhalb der Stadt im Wald. Meine Mama war im Speisesaal als Serviererin beschaeftigt.

Außer der Kurklink gab es hier nur noch ein Waldarbeiterhaus, ein im Sommer geoeffnetes Ausflugscafé und den Bahnhof.

Die Eisenbahnschienen fuehrten direkt am Haus vorbei. Was für ein Erlebnis! Wie oft hatte ich früher die schnaufenden, dampfenden Lokomotiven sehen können? In den ersten Wochen bin ich jedesmal, wenn ein Zug vorbeikam, total fasziniert ans Fenster gesprungen. Logischerweise hat sich das mit der Zeit gegeben. Ich mußte schliesslich mit so einem Zug zur Schule fahren..

Nachmittags gab es für mich nichts schoeneres als durch den Wald zu streifen. In Wehrheim war fuer mich Zwerg der Wald ebensoweit entfernt gewesen wie der Bahnhof mit den dampfenden Lokomativen.

Eines Tages lief mir eine schwarz-weisse Katze ueber den Weg. Vergessen waren alle Warnungen von wegen Tollwut etc.

Ich schleppte das zutrauliche Tier zum Haus und die 93 Stufen hoch zu unsrer Wohnung in der dritten Etage. Dort versorgte ich "Muschi" erst mal mit frischer Milch.

Die Gesichter meiner Eltern, als sie in die Wohnung kamen und die grosse, schwarz-weisse Katze auf unserem Sofa sass und schnurrte, werde ich wohl niemals vergessen!

Gut, dass meine Eltern so grosse Katzenfreunde waren; denn in der Kurklinik war Tierhaltung natuerlich nicht erlaubt. Mit etwas Ueberredungskunst ("Sie faengt die Maeuse weg...") gelang es meinem Papa, den Hausverwalter zu ueberzeugen, dass eine Katze sein musste. Allerdings sollte sie von unsrer Wohnung in den warmen Heizungskeller umziehen, was nicht so schlimm war, weil wir sie dort immer besuchen konnten.

Muschi entwickelte sich praechtig nach den Strapazen des Waldes und bekam ein dickes, rundes Baeuchlein... Ich hatte sie bereits schwanger mitgebracht.

Gegen jede hygienische Vorschrift brachte sie 3 Katzenbabys im Papierkorb in der Krankenstation bei Schwester Margot, die auch ganz vernarrt in die Katze war, zur Welt.

Muschi erzog ihre Kleinen erstklassig und stubenrein. Die kleine, getigerte Pussy wurde mein Schmusetiger fuer die naechsten Jahre. Dann mussten wir naemlich wieder umziehen: es ging nach Frankfurt. Und somit waren wir schon viel naeher an Papas geliebtem Wehrheim.

Glücklich mit der kleinen Pussy im Arm....

 
Mama Muschi mit Klein-Pussy Muschi, Pussy und ein Geschwisterchen Pussy ist beschaeftigt, die andern beiden pruegeln sich derweil