Am Samstag, dem 19.02.05 sollte unser Flieger von der LTU mit der Flugnummer LT 730 um 20:00 Uhr ab Düsseldorf starten. Es war lausekalt in Deutschland... Vor uns lagen fast 10 Stunden Flug und unser Ziel hieß Velidhu Island Resort im Nord-Ari-Atoll.

Velidhu wird seit 1998 als Urlaubsinsel angeboten. Sie ist ca. 200x300 m gross und und verfuegt ueber 80 Beachbungalows und 10 Wasserbungalows mit jeweils 2 Wohneinheiten. Diesmal flogen wir zu dritt - Stefan, meine Tochter Andrea und ich. Auf Velidhu ist die Unterbringung von 3 Erwachsenen in einem Bungalow ohne weiters möglich. Man erreicht sie mit dem Wasserflugzeug in etwa 25 Minuten oder in 2 Stunden mit dem Schnellboot. Wir haben das Wasserflugzeug vorgezogen.

Im Flieger ging es (wie gewohnt) platzmaessig nicht gerade ueppig zu...”Karnickelklasse” nenne ich das immer. Auf jeden Fall sind wir puenktlich gestartet. Der Sonnenaufgang in 11.000m Hoehe ist immer wieder ein Erlebnis der Extraklasse. Vor der Landung hatten wir noch das Vergnuegen, daß der Flieger 15 Minuten lang Runden drehen mußte, bevor wir landen konnten. Das hat uns einmalige Fotos beschert!

Der Flug im Wasserflugzeug ist ein Erlebnis für sich! Ich glaube, man kann danach aehnlich suechtig werden wie auf die Malediven ueberhaupt...

Auf’s Wasserflugzeug haben wir dann über 1 Stunde gewartet. Es war unserer erster Transfer mit dem Air-Taxi - sowas von toll!! Erstens habe ich so einen sanften Start und so eine sanfte Landung noch nie erlebt und außerdem - diese Bilder aus der relativ niedrigen Flughoehe... Einfach atemberaubend!

Auf Velidhu begruesste uns eine junge Frau mit dem wohlklingenden Namen Annemone, eine Reiseleiterin aus der Schweiz. Wir erhielten eine kurze Info und wurden dann zu unserem Bungalow gebracht. Der jedoch war uns nicht so ganz recht, da er nicht unmittelbar am Strand lag. Zwei Tage spaeter konnten wir in Bungi Nr. 143 an der Nordostseite der Insel umziehen. Vormittags bis mittags Sonne, nachmittags war es schattig. Das hat uns nicht gestoert, da rund um die Insel Liegestuehle verteilt waren und man sich hinlegen konnte, wo immer frei war.

Da wir zu dritt waren, wurde fuer meine Tochter extra ein Bettgestell mit Matratze herbeigeschafft und aufgebaut. Die Bungalows mit gefliestem Boden sind geraeumig genug für 3 Personen. Sie haben eine grosse Dusche, WC, einen großen Waschtisch, offenen Kleiderschrank und einen grossen Schreibtisch, ein riesiges Doppelbett, einen kleinen Kuehlschrank und einen seitlichen “Fluegel”, in dem eine Kofferbank war und wo das Bett mit einer brettharten Matratze für meine Tochter aufgebaut wurde. Der Bungalow verfuegte über Klimaanlage und Ventilator. Vor dem Bungi ist eine geflieste Terrasse mit 3 Stufen mit einem fantastischen Blick durch die Mangroven auf’s Meer. Bevor man die Terrasse betrat, konnte man sich den Sand von den Fuessen abspuelen, dann an der Außenwand des Bungi war extra ein Wasserhahn eingelassen. Es ist auch eine Waescheleine mit einigen Klammern vorhanden - ich war jedoch froh, dass ich Waescheklammern eingepackt hatte. Wenn man die Handtuecher gewechselt haben wollte, sollte man sie einfach auf den Boden werfen. Haben wir nicht gemacht, das sieht stark nach Erniedrigung aus. Wir haben die Handtuecher zusammengeknaeult auf dem Waschtisch liegen lassen, das war auch in Ordnung. Ansonsten ist es gewiss nicht notwendig, jeden Tag frische zu bekommen - denken wir mal ein bisschen an die Umwelt. Das einzige, was gestoert hat, waren manchmal die Unmengen an Ameisen, die der Roomboy aber jedesmal gekillt hat. Außerdem wurde 2x am Tag sauber gemacht.

Die Insel ist eine typische Barfuß-Insel - überall Sandwege. Hinkommen, Schuhe in den Schrank, das war’s. Wohl nicht fuer jeden, denn ab und an musste ich schon ueber einige Damen grinsen, die durch den Sand mit Stoeckelschuhen dahergestelzt daherkamen...

Im Bereich Rezeption / Restaurant / Bar sind die Wege aus Betonplatten. Im Restaurant, in der Rezeption und im Innenbereich der Bar ist der Fussboden gefliest.

Velidhu ist dicht mit Palmen, Mangroven, Schraubenpalmen, Bougainvilleen und vielen Blumen bewachsen und wird auch hervorragend von Gärtnern gepflegt. Überall sind Wege mit einem niedrigen Holzzaun begrenzt. So klein die Insel auch ist (etwa 300 x 200 m) - wir haben es trotzdem geschafft, uns zu verlaufen *gg*. An Tierchen gibt es jede Menge: Gekkos, Schoenechsen, Flughunde, einige Inselreiher und ein paar winzigkleine Strandhuehnchen. Und natuerlich Fische!!!

Die Insel ist problemlos zu umrunden, wobei der Strand an der Westseite mit Korallenbloecken und Sandsaecken gegen die Flut geschuetzt wird. Dieses direkt vor der Huette sind nicht jedermanns Sache... Auch die Wellenbrechen werden nicht jedem gefallen, sie sind jedoch absolut notwendig, damit der Sand nicht weggespuelt wird.

Das Hausriff, das sich über die Sueddseite der Insel hinzieht, ist bequem zu erreichen und sehr gut zu beschnorcheln - allerdings nur bei Flut. Man kann bei dem letzten Wellenbrecher einsteigen und wird von der Stroemung problemlos zum Steg befoerdert. Die Korallen beginnen sich langsam zu erholen. Trotzdem gibt es eine Vielfalt bunter Fische. Am lebhaftesten geht es an der Riffkante zu. Hier haben wir auch unseren ersten Hai getroffen (etwa 120 cm lang). Das schnorcheln hat uns so viel Spass gemacht, dass wir jeden Tag hier unterwegs waren. Ausserdem gibt es einen offiziellen Einstieg, den fanden wir weniger interessant.

An der Verpflegung gibt es absolut nichts auszusetzen! Wir hatten "all inclusive" gebucht - zum ersten kannten wir die Preise der Getraenke (1 Glas Cola z.B. 2,60 $) von Olhuveli her und zum zweiten wollten wir uns vor unliebsamen Ueberraschungen schuetzen und unseren Aufenthalt geniessen. Fruehstück, Mittag- und Abendessen in Buffetform - mit einer wahrhaft riesigen Auswahl! Zum Fruehstueck gab es etliche Sorten Brot und Broetchen, Fruchtsaft, Muesli, frische Fruechte, Wurst und Kaese und auch schon warme Sachen. Außerdem hat ein Koch nach ganz persoenlichem Wunsch Eier gekocht, gebraten oder als wuerziges (so man wollte) Omelett zubereitet. Auch Mittags und abends standen ausser den Buffets (mit umfangreicher Brot- und Salatbar) wieder Koeche parat, die mit Fisch, Gemuese oder Fleisch zauberten. Ausgesprochen erfreulich fuer’s Auge (aber weniger für die Huefte *gg*) war die umfangreiche Dessert-Bar. Mir hatten es ganz besonders die frischen Fruechte und die staendig wechselnden Mousses angetan. Durch das AI-Angebot hatten wir die Moeglichkeit, nachmittags in der Bar (wenn wir hungrig aus dem Wasser kamen) einen kleinen Imbiss in Form von Pommes und einem Kaese- oder Schinkensandwich zu uns zu nehmen. Die Getraenkeauswahl war allerdings ziemlich eingeschraenkt (so gehoerten Light-Getraenke leider nicht zum Angebot) aber durchaus ausreichend, zumal man auch einige alkoholfreie und alkoholhaltige Cocktails bekommen konnte. Kaffee war auch frei, aber Cappuccino oder Latte macchiato waren kostenpflichtig.

Meine Tochter hat hier ihren Open-Water-Diver gemacht und war sehr zufrieden mit der Tauchbasis der Euro-Divers und den sehr freundlichen und kompetenten Tauchlehrern. Wir haben uebrigens viele Leute dort kennengelernt, die von der Tauchbasis begeistert waren. Juan aus Guatemala war der Leiter der Tauchbasis; die anderen Tauchlehrer waren Winnie und Stefanie (aus Deutschland) sowie Roberta und Roberto aus Italien, Jammie, der sich um die Ausrüstung kuemmerte und Budhy, der mit auf Tauchgang ging. Stefan und ich sind wegen unsere Behinderungen für den Tauchsport leider nicht geeignet.

Im Serena Spa kann man sich verwoehnen lassen. Nicht gerade billig, aber man sollte sich irgendeine Behandlung schon mal gönnen.

Es werden natuerlich auch verschiedene Ausfluege angeboten. Bedauerlicherweise hatten sich für das Island-Hopping, das wir gerne machen wollten, zu wenig Leute angemeldet.

Man hatte ausserdem die Moeglichkeit, die Surf-Schule zu besuchen, ein Tretboot zu mieten oder am Beach-Volleyball teilzunehmen. In der Bar waren abend ab und zu Karaoke Darbietungen (manchmal schon schlimm...), Bingo!, Live-Musik und es wurden sog. Krabbenrennen veranstaltet. Wir haben weder Karaoke gesungen (wollten ja nicht der Insel verwiesen werden *gg*) noch an den Krabbenrennen oder am Bingo! teilgenommen. Die Krabbenrennen lehnen wir aus Gruenden des Tierschutzes ab - muessen die armen Einsiedler-Krebse tagelang in einem Glasbecken ohne die gewohnte Feuchtigkeit, die sie benoetigen, hausen... Wir haben es vorgezogen, abends ein paar Drinks zu uns zu nehmen, mit anderen zu schwatzen und ganz einfach dieses wundervolle Klima, das Meer und den Sand bei Nacht zu genießen. -

Alles in allem kann ich sagen, daß Velidhu schon ein Resort der gehobenen Klasse ist - was wir eigentlich nicht brauchen. Wenn auch ohne Pool - wahrhaftig nicht notwendig! - ist die Insel wirklich empfehlenswert und eine Reise wert!

 

Inselbilder von Velidhu - hier gehts zum Fotoalbum! Schnorchelfotosfotos von Velidhu - hier gehts zum Album!