Hummel

Ferdi

 

 

 

 

An einem schoenen Sommertag im Jahr 1981 spielten 2 kleine Tigerkaetzchen in unserem Garten. Das eine spazierte dann schnurstraks durch den Wintergarten ins Wohnzimmer, liess sich auf einem Sessel nieder, machte es sich gemuetlich und wollte nicht mehr weg. Andrea, damals 5 Jahre alt, war begeistert: die kleine Katze sollte bei uns bleiben! Ich gab zu bedenken, dass sie bestimmt von ihrer Familie vermisst werden wuerde.

Also machten wir die Familie ausfindig und brachten das Kaetzchen zurueck. 'Ihr koennt sie auch behalten', bekamen wir direkt zu hoeren. Aber gerne!!! Von nun an gehoerte das Tigerchen zu uns. Andrea gab ihm den Namen Puss, und wir stellten fest: es ist ein Katerchen.

Puss war ein liebenswerter, suesser kleiner Kater. Er beschaeftigte sich unheimlich gerne mit Katzenfutter... Immer war er gut gelaunt, und sein Liebling Andrea konnte praktisch alles mit ihm machen: ihn mit dem Hintern in den Puppen-Buggy setzen und durch die Wohnung rasen, bis der Buggy kippte und Puss herausfiel. Was machte in so einem Fall ein Puss? Er blieb liegen und blinzelte, liess sich bereitwillig nun in den Stubenwagen setzen, mit dem ihm das gleiche Schicksal widerfuhr.

Er liebte es, wenn Andrea ihn in ihr Fahrradkoerbchen setzte und mit ihm durch die Felder fuhr: Hauptsache, er sah was und brauchte sich nicht anstrengen.

Um ihn zusaetzlich zu verwoehnen, bekam er von ihr immer noch 2 Happen Futter zusaetzlich. Das Ergebnis war dann eine fast 9-Kilo-Katze: aus Puss war PussPuss, sozusagen der Doppelkater, geworden. Trotz Schmerbauch war er traumhaft schoen: sein Fell hatte eine wunderschoene Zeichnung, war ganz zart und glaenzte wie Seide.

PussPuss war der sozialste Kater, den ich gekannt habe. Mit jedem wurde er gut Freund; mit Munzel, mit Maunzer, mit der scheuen Susi und erst recht mir Moritz.

Er war kein Jaeger, dazu war er viel zu bequem. Nur die Libellen am Teich hatten es ihm angetan; denen sprang er nach und versuchte sie zu haschen. Was ihm natuerlich nie gelang...

Logischerweise durfte er im Bett schlafen. Anfangs bei Andrea, spaeter kam er zu mir. Ich werde niemals vergessen, wie er eines Nachts durch die einen Spalt geoeffnete Terrassentuere hereinkam, an das Fussende meines mit weissem Kunstleder bezogenen Bettes sprang, darauf zu meinem Kopf hochlief, sich links daneben legte und schnurrte wie eine Turboprop. Ich habe ihn natuerlich angefasst um ihn zu streicheln: PussPuss war nass wie ein Putzlappen... Ich haette es niemals uebers Herz gebracht, ihn aus dem Bett zu werfen. An naechsten Tag habe ich es abgewaschen und frisch bezogen.

Trotzdem blieb er immer Andrea's Katze, und als ich zu Stefan zog, blieb PussPuss bei ihr.

Er wurde krank und wurde von ihr mit Hingabe gepflegt. Einige Tage musste er sogar in der Tierklinik bleiben - die war zum Glueck in dem Ort, in dem Andrea arbeitete. So hat sie ihn in ihren Pausen immer besucht, und zwischendurch fuhr meine Mutti ab und an mit dem Bus zu ihm.

Andrea liess ihn im Herbst 1996 erloesen und er durfte ueber die Regenbogenbruecke gehen..