Die Vorgeschichte

Schon seit Jahren schwaermte Stefan von einer Fahrt mit dem Postschiff entlang der Kueste Norwegens. Ich wollte lieber in die Waerme; und so hatten wir uns fast entschlossen, dass jeder Urlaub nach seiner Vorliebe machen sollte.

Irgendwann bin ich umgeschwenkt und habe gesagt “ich komme mit!”. Also hat Stefan gebucht. Unsere Reise -vom 14.-25.02.2009- ging von Bergen nach Kirkenes und zurueck mit der MS "Midnatsol" der Hurtigruten. Um dieses Reisedatum hatte ich ihn gebeten - wollte an meinem 60. Geburtstag weit weg von zu Hause sein.

Die "MS Midnatsol" ist immer noch ein Postschiff, wenn auch ein sehr luxurioeses. Sie legt auf der nord- und suedgehenden Route in jeweils 33 Häfen an; oftmals nur fuer 30 Minuten - etwas zu knapp, um das Schiff zu verlassen. Die gesamte Reisestrecke betraegt 4930 km; dafür braucht sie insgesamt 12 Tage. Die Höchstgeschwindigkeit sind 15 Knoten, was in etwa 28,5 km/h sind.

Das Schiff wurde 2003 erbaut und ist das neueste Schiff der Hurtigruten-Flotte. Es verfuegt ueber 644 Betten und kann 1000 Passagiere aufnehmen, dazu hat es 45 Auto-Stellplätze (normale PKW). Die Midnatsol ist 135,75 m lang und 16,15 m breit. Insgesamt hat sie 9 Decks - unsere Kabine war auf Deck 7; direkt hinter der Brücke an Steuerbord - also der rechten Seite. Damit man nicht so viele Treppen steigen braucht, gibt es 2 Aufzüge. Ausserdem ein Restaurant, eine Cafeteria, diverse Aufenthaltsraeume, 2 Panorama-Decks, einen kleinen Fitness-Raum und Sauna sowie auf dem Sonnendeck im Freien zwei beheizte Jacuzzi-Sprudelbecken (die sind vielleicht super!!!).

Ein Problem fuer mich war das Gepaeck: 20 kg waren erlaubt; fuer dicke Winterklamotten empfand ich das als sehr wenig...

Der Weg zum Flughafen war etwas kompliziert - unser Flug von Koeln/Bonn nach Amsterdam ging schon um 6:45; wir haetten somit die S-Bahn um 2:11 in der Nacht nehmen muessen. Zum Glueck erklaerte sich ein Kollege von Stefan bereit, uns um 4:45 zu Hause abzuholen und uns zum Flughafen zu fahren. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank dafuer!

Wir checkten ein, und nun nahm alles seinen Lauf....

Die Reise

Tag 1, 14.02.09: Ankunft Bergen, Abfahrt mit der Midnatsol

Um 4:40 in der Fruehe hat Stefans Kollege Frank uns zu Hause abgeholt und uns zum Flughafen gefahren. 2 Stunden mussten wir warten, bis unser keiner Flieger (Fokker F50) nach Schipohl endlich startklar war.

In Schiphol gelandet, mussten wir wieder fast 1 1/2 Stunden auf den Flug nach Bergen warten. Unterwegs war herrliches Wetter, in paar Schaefchenwoelkchen unter uns oder blauer Himmel pur. Dann taucht endlich die Kueste Norwegens auf: Berge und Schnee! Bei der Landung in Bergen auf "Flesland" konnten wir einen Schneeschieber beobachten, der einen praktisch haushhohen Berg Schnee zusamengeschoben und aufgetuermt hatte.

Endlich wieder Boden unter den Fuessen... mein neuer Koffer hatte eine Beule und Stefan wechselte die Waehrung an einem Automaten und kam sich um 100 Kronen beschissen vor. - Nun ging eigentlich erst richtig los: wir fanden sofort einen Bus, der fuhr fuer 85 Kronen in die Stadt. Der Fahrer zeigte uns die Stelle, an der wir aussteigen mussten, um zur Hurtigrutenanlegestelle zu kommen. Wir haben unsere Koffer durch den Schneematsch gezerrt, dazu auf dem Ruecken jeder einen 10 kg schweren Rucksack und haben nach dem Weg gesucht. Irgendwie beschlich mich das Gefuehl, wir wuerden in eine ganz falsche Richung laufen und niemals am Hurtigruten-Kai ankommen... Leute, die wir fragten, zucken nur mit den Schultern. Endlich wusste ein Mann den Weg; und es war auch gar nicht mehr weit. Was fuer ein Erfolgserlebnis, als wir endlich das Strassenschild “Nøstegaten” an einem Haus montiert und gleich darauf auch das Gebaeude mit der Aufschrift “Hurtigrutenterminal” fanden!

Unsere Koffer konnten wir direkt abgeben; dann mussten wir noch 3 Stunden umherlaufen, bis wir auf die “Midnatsol” konnten (sie war auch noch gar nicht da). So haben wir das Hotel “Neptun” ausfindig gemacht, in dem wir bei der Heimreise uebernachten. Wir sind durch Bergen gelaufen, gestiefelt, gerutscht, geklettert und haben sehr viele huebsche Stellen zum fotografieren gefunden.

Als wir um 16:00 Uhr endlich an Bord gehen konnten, mussten wir noch bis 18:00 Uhr warten, um in unsere Kabine zu koennen. - Wie schoen: blauer Teppichboden, ein riesiges, angenehmes Bett, ein Sofa, ein grosses Bullauge zu ‘rausgucken und ein Sessel vor einem Schreibtisch, auf dem eine Flasche Champagner in Eis mit 2 Glaesern und ausserdem einen Korb mit Fruechten stand. Daneben 2 Tassen, Nescafeé, Teebeutel, Zuckerwuerfel, Kaffeesahne, ein Eis-Behaelter (mit Eiswuerfeln!). Und ein Wasserkocher - haette ich meinen gut zu Hause lassen koennen! - In der Dusche stand ein kleiner Korb mit Pflegeutensilien; und Handtuecher sowie Waschlappen waren dekorativ gefaltet. Was der Schalter an der Tuere neben dem Lichtschalter mit der Aufschrift “Varmekabel” zu bedeuten hatte, wurde uns erst etwas spaeter bewusst: eine elektrische Fussbodenheissung. An die Wand montiert war ein Haartrockner. Im Kleiderschrank befanden sich, in Plastik-Tueten verpackt, 2 weisse Bademaentel - fuer den Besuch der Whirlpools..

18:30 Uhr war dann Abendessen angesagt; zur Begruessung gab es ein Buffet zum Abend, ansonsten wird abends ein Menue mit 3 Gaengen serviert. Das Buffet war aeusserst vielseitig und sehr lecker und ich bin froh, dass wir nicht jeden Abend so viele Delikatessen zur Auswahl haben! Platzen ist nicht unbedingt der schoenste Tod...

Anschliessend haben wir das Schiff begonnen zu erkunden - praechtig, praechtig! Zu den beheizten Jacuzzi-Whirlpools muss man allerdings schon einige Meter ueber das verschneite Sonnendeck durchs Freie laufen.

Um 22:30 hat die Midnatsol endlich abgelegt. Wir sind dann auch ins Bett und haben nachts festegestellt, dass wohl ganz ordentlicher Seegang war.

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